Satt, glücklich und zufrieden an Leib und Seele

von Michael Dahlinger (Kommentare: 0)

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Verbundenheit über Tische hinweg

Evang. Kirchengemeinde feiert gelungenen Premiere mit kostenlosem Mittagessen im Lutherhaus

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Ehrenamtliche bei der Essensausgabe. Unterstützung bekamen sie dabei von einer Servicekraft des »Güldenen Engels«,

Es ist Sonntag 12 Uhr. Die Türen des Lutherhauses öffnen sich. Köstlicher Essensduft erfüllt das Foyer. Ehrenamtliche stehen bereit. Die einen mit Schürze und Löffel an dampfenden Töpfen. Die anderen zur Begrüssung. Und alle mächtig gespannt, wer sich von der Einladung zu einem kostenlosen Mittagessen hat ansprechen lassen.


Was heißt nochmals »Herzlich Willkommen« auf Ukrainisch oder was heißt »Rinderbraten mit Nudeln und Soß'« auf Kurdisch. Dank Handy und Google-Translator kein Problem.

Bereits am Samstag hatten etliche Ehrenamtliche das Lutherhaus einladend hergerichtet. Ihre Kirchengemeinde wollten sie als perfekte Gastgeberin in bestem Lichte präsentieren. Und immer wieder die bange Frage: kommt überhaupt jemand und wenn ja wie viele?
Mario Böhm, Koch und Inhaber des Gasthauses »Güldener Engel« sah das entspannter. »Ich koche rund 100 Portionen. Wenn ihr mehr braucht, kein Problem. Und was übrigbleibt, wird in meinen Lokal nachhaltig weiterverwendet.« Professionelle und zugleich kostenloser Kochhilfe und ehrenamtliches Engagement erwiesen sich so als unschlagbares Dreamteam.
Und rund 60 Gäste konnten dies sichtbar genießen. An ihren Gesichtern war deutlich anzusehen: sie waren satt, glücklich und zufrieden. Die einen kamen, weil sie nicht zu Hause allein Essen wollten. Ein anderer Tisch war von einer alteingessenen Hockenheimer Familie belegt. An einem Tisch saßen Frauen, die mit ihren Kindern aus der Ukraine hatten flüchten müssen. Und an anderen Tischen saßen Flüchlingsfamilien, die schon länger eine neue Heimat in Hockenheim gefunden haben. Und alle zuammen fühlten sich über Tische, Kulur und Religion hinweg zu einer großen Gemeinschaft verbunden.
Manche kamen auch nicht. Vielleicht, weil sie anderen nichts wegessen wollten? Sich nicht zu den angesprochenen Zielgruppen zählten? Kein Problem. Vielleicht gibt es ein nächste Mal und dann sind sie wieder eingeladen.

Es ist Sonntag 14 Uhr. Die letzten Gäste haben sich auf den Heimweg gemacht. Reste von Rinderbraten und Polenta sind verteilt. Die Tische abgedeckt. Abschlussbesprechung der ehrenamtlichen Helfer in der Küche an den Geschirr spülmaschinen. Auch hier nur glückliche und zufriedene Gesichter. »Mit so vielen Gästen hätte ich nicht gerechnet.« »Die Gemeinschaft mit geflüchteten Familien, Hockenheimern und uns verbundenen Gemeindegliedern, das hat mir gut gefallen.« »Beim nächsten Mal wäre ich wieder dabei!«
Ob es ein nächstes Mal gibt? Die Chancen stehen nicht schlecht.

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