Wer.Dich.Trägt (Teil 2)

von Michael Dahlinger (Kommentare: 0)

Wer.Dich.Trägt. — eine Trägermodellschau

Liebe Konfis, liebe Familien,
herzlich Willkommen zu unserer Schau  »Wer. Dich. Trägt«. Lasst euch mitnehmen auf eine Reise mit bewährten Trägermodellen, allesamt zeitlose Klassiker, bekannt aus Alltag und Freizeit. Präsentiert werden die Trägermodelle von vier Modellen, allesamt Fachleute im Thema »Wer. Dich. Trägt.«

Sänfte

Und hier das erste Trägermodell »Sänfte«. Über Jahrhunderte hinweg war es ein bewährtes Transportmittel um Menschen von einem Ort zum anderen zu tragen. Sozusagen öffentlicher Personennahverkehr in Zeiten ohne Bus und Bahn oder Vorläufermodell des Elterntaxis.
Getragen werden kann im Grunde genommen jeder - sofern er zwei Menschen zur Verfügung hat, die ihn mit ihrer Muskelkraft tragen. Das konnten sich nicht alle leisten.
Die Sänfte ist etwas für im wahrsten Sinne gehobene Menschen, die sich für etwas besseres gehalten haben. Sozusagen ein Statussymbol. Schaut her, ich kann es mir leisten, mich tragen zu lassen.
Oder für Menschen, die zu faul oder zu bequem waren, sich von den eigenen Füßen tragen zu lassen.

Schwimmweste

Und hier das Trägermodell »Schwimmweste«. Leuchtend orange signalisiert sie: Gefahr? Du kannst mich mal! Wenn ich selber mal nicht mehr kann, mir die Puste ausgeht, mich meine Kräfte verlassen, dann trägt mich meine Schwimmweste und hält mich über Wasser. Dazu muss sie aber korrekt angelegt werden.
Im Alltag wird die Schwimmweste eher selten getragen. Konfis müssen sie zum Beispiel tragen, wenn sie am Blausee den Nichtschwimmerbereich verlassen oder auf Floßen sitzen.
Klar, irgendwie ist das Ding hinderlich, zwickt und zwackt, stört bei einer souveränen Arschbombe, aber irgendwie ist es auch echt cool sich mal entspannt von einer Schwimmweste über den Blausee treiben zu lassen. Stimmt's, liebe Konfis?

Schwimmring und Schwimmflügel

Erinnert ihr euch noch, liebe Eltern, als ihr euren Kindern den ersten Schwimmring verpasst habt? Natürlich den, den der angesagte angesagt war.
Ob es jetzt ein Einhorn oder irgendein anderes Schwimmtier war, ist Geschmacksfrage. Ihr habt euch damit als Eltern erste Freiräume erschaffen. Zwei Minuten wird es unser Kind schon mal ohne uns aushalten. Die Kinderaugen leuchteten, wenn das Schwimmtier mit ins Freibad ging. Und große Tränen kullerten über Kinderwangen, wenn nach einer Badesaison dem Schwimmtier die Luft ausging.
Später kamen dann irgendwann die Schwimmärmel dazu, korrekt eigentlich Schwimmhilfe genannt. Jetzt sollten eure Kinder Schwimmen lernen, sich mit eigener Muskelkraft über Wasser halten.
Egal ob Schwimmtier  oder Schwimmhilfe, ohne eure Puste, liebe Eltern, hätten diese Dinger keines eurer Kinder getragen. Und so war es gut, dass ihr euch nie auf Schwimmring und Schwimmhilfe allein verlassen habt.
Ihr ward immer in ihrer Nähe, wenn mal die Luft entwich, eure Kinder durch den Schwimmring rutschten oder übermütig die lästigen Schwimmärmel sich von den Armen rissen.
Kurz tauchten sie unter, aber dann waren Mama und Papas Hände da und haben sie übers Wasser getragen.

Huckepack

»Ich kann nicht mehr!« »Ich hab' keinen Bock mehr!« »Kann mich mal jemand tragen?«
Die Klagerufe aus Kindermund kennt ihr bestimmt, liebe Eltern. Ihr bestimmt auch, liebe Konfis.
»Ich kann nicht mehr!« ist Kindersprache und meint eigentlich: Jetzt muss Mama, meistens aber Papa ran. Wir empfehlen hier das Modell »Huckepack«.
Gut, geht natürlich nur, wenn ein Mensch in der Nähe ist. Muss nicht unbedingt Mama oder Papa sein. Eigentlich geht jede Person.
Nur, sie sollte einigermaßen bei Kräften sein. Und vor menschlicher Nähe sollte er oder sie sich auch nicht fürchten. Aber dann entsteht eine menschliche Win-Win-Situation. Du trägst mich und ich trage dich.

Krankentrage

Ja auch das gibt es: Ein Trägermodell von dem wir am liebsten nicht getragen werden wollen. Ein Trägermodell, von dem ich mich nur im äußersten Notfall tragen lasse, dann wenn nichts mehr geht. Aber dann, ist sie da: die »Krankentrage«.
Sie kommt wie gerufen. Mit zwei erfahrenen Trägern. Kommt mir zu Hilfe, rettet mich und trägt mich, so schnell es geht an einen Ort, wo ich versorgt werde.

... verleiht Flügel

Könnten Flügel tragen? Warum eigentlich nicht! Allerdings , uns Menschen fehlen sie. Regina:Deshalb brauchen wir da irgendeinen Ersatz. Deshalb warnen wir hier mal ausdrücklich vor einem bekannten Trägermodell.
Klar, manchmal lassen wir Menschen  uns Flügel wachsen, die uns über im Weg herumliegende Stolperfallen hinweg tragen. Wir greifen zu Ersatzmitteln, zum Beispiel nach einer Dose und lassen uns Flügel verleihen.
Und wir machen die ernüchternde Erfahrung, auch der Inhalt einer Dose ist letzten Endes eine leere Versprechung.
Ob besagtes Getränk, ihr kennt es bestimmt, liebe Konfis, wirklich Flügel verleiht, wir bezweifeln es. Und empfehlen: auf dieses Trägermodell ist kein Verlass.

Bollerwagen

Was macht der denn? Der trägt seine Lasten selber! Scheint ganz schön herausfordernd zu sein. Könnten wir dem nicht helfen? Stimmt — ein Trägermodell fehlt noch: der Bollerwagen.
Natürlich kennt ihr alle den guten alten Bollerwagen, so zusagen die Familienkutsche schlechthin. Da hat alles reingepasst, Kind und Kegel. Oder wie hier: all das, was man so als Ballast mit sich rumschleppt, Sorgen, Gedanken. Das ganze selber auf eigenen Händen zu tragen, das ist eine ganz schön wacklige Angelegenheit.
Deshalb empfehlen wir in solchen Fällen den Bollerwagen.

Wer.Dich.Trägt.

Puh, das ist schon auch ganz schön befreiend, mal alles auf die Seite legen zu können.
Ich meine, ich bin froh, dass ich auf all das zurückgreifen kann. Dass ich weiß, da gab es eine Erfindung, die trägt mich und hält mich über Wasser.
Aber ihr ahnt es schon. Nur weil ich jetzt nichts mehr an mir habe, was mich sichtbar trägt, gehe ich natürlich nicht gleich unter. Nur weil mich gerade niemand Huckepack trägt, heißt das nicht, dass mich niemand trägt.
Aber was trägt uns denn dann?
Neben allem, was wir eben gezeigt haben, gibt es noch vieles mehr an Gegenständen. Aber manches ist auf den ersten Blick gar nicht sichtbar. Denn was uns auch trägt, das ist etwas, das wir auf unterschiedlichste Weise sehen können.
Wenn wir nochmal ans Wasser denken, so trägt uns die Schwimmweste oder der Schwimmring. Aber es trägt uns auch noch etwas ganz anderes: nämlich unsere Fähigkeit zu Schwimmen, sofern wir es gelernt haben. In vielen Lebenslagen haben wir Fähigkeiten gelernt und erprobt oder geschenkt bekommen, die uns tragen, die uns Kraft geben und uns Mut schenken, uns etwas zu trauen. Aber auch, wenn wir nicht auf uns selbst vertrauen, unsere Fähigkeiten anzweifeln, gibt es da noch mehr das uns trägt.
Das sind unsere Freunde und unsere Familie. Sie fangen uns auf, wenn wir fallen. Sie bestärken uns und geben uns den ein oder anderen Rat. Sie begleiten uns im Leben, wir können meist alles mit ihnen teilen und sie tragen uns in besonderen Situationen weiter durchs Leben. In den Momenten, in denen wir es selbst vielleicht nicht schaffen und in den Momenten, in denen es einfach schöner ist mit anderen zusammen.
Ihr denkt es euch aber bestimmt. Diese zwei Aspekte sind super wichtig und nehmen einen großen Platz ein. Doch es gibt etwas noch viel Größeres, das uns hält, das uns trägt und beflügelt.
Gott.
Gott ist Schwimmweste, Sänfte, Schwimmring, Trage und Schwimmring zugleich. Und Gott ist irgendwie auch wie der Bollerwagen.
Gott trägt nicht nur uns, sondern auch all das, was wir mit uns tragen, was uns zur Last wird oder wir alleine nicht schaffen. All das trägt Gott für uns mit und noch viel mehr. Dazu brauchen wir Vertrauen und manchmal auch ganz schön viel Mut. Vertrauen darauf, dass Gott auch wirklich da ist, wenn es notwendig ist. Uns Huckepack nimmt, wenn wir selbst nicht mehr können, Lasten von uns abnimmt und auch diese für uns trägt. Mut, auch wirklich etwas abzugeben und Gott anzuvertrauen.
Wir dürfen daran glauben, dass wir nicht alleine sind, sondern jemand da ist, der uns eben trägt.
Wer. Dich. Trägt. Das ist Gott, all die Menschen, die er uns an die Seite gestellt hat und all die Fähigkeiten, die Gott uns geschenkt hat.
Was. Uns. Trägt. Da gehören Mut, Glaube und Vertrauen dazu.
Amen.

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